Deutscher Sportclub
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Regionalleiter Süd Jürgen Renner als EM-Volunteer im Einsatz (Teil 1 – vor der EM)

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Bei vielen Events habe ich schon mitgeholfen, aber als Volunteer (Freiwilliger) bei einem Großereignis war ich noch nie am Start. Ich selbst hatte auch gar nicht daran gedacht, sondern eine E-Mail eines befreundeten Journalistenkollegen aus Nürnberg brachte mich darauf. Weil ich zum damaligen Zeitpunkt der DFB-Elf eh wenig zugetraut habe und mein Interesse an der Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren nachgelassen hatte, habe ich mich dafür (und nicht für Tickets) beworben.

Zusage Ende Januar erhalten: „You got a role offer“

Und siehe da, Anfang Dezember vergangenen Jahres bekam ich – anders als der Kollege aus Nürnberg – eine Einladung zu einem Zoom-Meeting. Dort erklärte mir eine Frau, dass es im Bereich Medien (hatte mich auch noch für Social Media und Akkreditierung beworben) für München sehr viele Bewerber gab, aber sie herausfinden will, für was ich sonst noch geeignet wäre. Ich habe mich dann vorgestellt, meine Leidenschaft zum Fußball kundgetan und dabei natürlich auch den DSFS erwähnt. Zudem mich als unkomplizierten und flexiblen Menschen dargestellt. Sie meinte abschließend, dass ich mich bis Ende Januar gedulden müsse. Ich gab ihr zu verstehen, dass ich mich über eine Zusage freuen würde (dachte mir aber im Stillen: wenn ich eine Absage bekomme, wird das mein Leben nicht nachhaltig beeinflussen).

Als Springer, offiziell Host City ACE, im Einsatz

Stichwort Zusage: Die flatterte dann auch am 26. Januar ein. Die Betreffzeile lautete: „You got a role offer.“ Die UEFA würde mich gerne als Host City ACE Volunteer verpflichten. Es sollte eine Weile dauern, bis ich herausfand, was diese Rolle bedeutet. Kurz gesagt: Springer. Oder im Wortlaut: „Die Host City ACE Volunteers unterstützen alle Projektteams der Host City, wenn in letzter Minute zusätzliche Volunteers benötigt werden oder ein ausgefallener Volunteer ersetzt werden muss. Sie müssen also flexibel sein.“ Ich sagte zu, die Rolle hing sicherlich auch damit zusammen, dass ich mich nur für den EM-Zeitraum beworben hatte, weil ich nicht extra wie andere Volunteers dafür Urlaub nehmen wollte. Denn die ersten Volunteers begannen bereits Mitte Mai.

Kurzfristig Klamotten noch umgetauscht

Nach weiteren Mails bis zu meiner endgültigen Akkreditierung und dem Schichtplan Ende März (elf Einsätze, ich meine, es wären zuerst nur acht hinterlegt gewesen) läutete das Kick-off-Event Ende April im Deutschen Theater die heiße Phase ein. Hier erfuhr ich, dass sich für München über 25.000 Leute beworben hatten und 1.600 eine Zusage bekamen. Philipp Lahm und Felix Brych waren als Gäste anwesend, Sport-1-Moderator Jochen Stutzky führte durch den Abend. Den Volunteers wurde natürlich suggeriert, dass sie wichtig sind und zum Gelingen der EM beitragen. Dabei wurde auch erstmals die Uniform gezeigt, die ich nach Pfingsten hinter der Allianz Arena (also 15 bis 20 Minuten Fußweg von der U-Bahn) abholen konnte. Die graue Hose war zu eng, die Oberteile sollten passen. Bis ich zuhause merkte, dass sie für XL etwas groß ausgefallen sind. Mit einem weiblichen Volunteer tauschte ich die Regenjacke, kurzfristig konnte ich auch Hoodie, T-Shirts und Poloshirts noch tauschen. Zusätzlich gab es auch Schuhe, einen Rucksack, eine Hüfttasche, ein Cap (für die sonnigen Tage) und eine Trinkflasche.

Erster Einsatz beim Eröffnungsspiel

Am vergangenen Montag gab es noch ein Training. Allerdings wurde nichts trainiert, sondern noch ein paar letzte Infos kommuniziert. Wichtiger war das Kennenlernen der anderen ACE-Volunteers, weswegen ich in entspannter Atmosphäre bei einem Bier mit anderen Kollegen geredet habe. „Bist du ACE?“, wurde ich gefragt, weil auch noch eine andere Gruppe ihr „Training“ hatte. Mir fiel dann eine sehr kreative Antwort ein (*grins*). „Nein, ich bin Ace of Base. All that he wants“, lautete meine Antwort in Anlehnung an die schwedische Popgruppe aus den 90ern und deren erster Hit.

Schichtplan: Elfmal bis zu acht Stunden aktiv

Was steht mir nun bevor: Elf Einsätze von fünfeinhalb bis (meistens) acht Stunden zwischen 14. Juni und 12. Juli (am 11. Juli ist dann noch eine Dankeschön-Party für die Volunteers). Nicht nur abends, sondern auch viermal werktags tagsüber (von der Arbeit sind es allerdings nur zwei Busstationen bis zum Olympiagelände für mich). Dafür muss ich aber extra nicht Urlaub nehmen, sondern kann die Tage mit Überstunden ausgleichen. Los geht es am Freitag mit dem Eröffnungsspiel Deutschland gegen Schottland. Der zweite Einsatz ist am Montagabend. Wie die ersten Einsätze liefen, lest Ihr dann Ende nächster Woche im zweiten Teil.